Aufstellung der Feldbahn im Lückebachtal am 20.03.2015

LINDEN (TW). Feierlich mit allen an der Aktion zur Stationierung der Feldbahn samt zwei Förderwagen im Lückebachtal Beteiligten wurde diese feierlich eingeweiht. Vielen, vielen Dank, zollte Bürgermeister Jörg König allen die sich ehrenamtlich mit eingebracht hatten und während der Sonnenfinsternis auch zur Feier gekommen waren. Ein besonderer Dank galt Dietmar Reichel, aber auch der Seniorenwerkstatt für die Herrichtung und dem Heimatkundlichen Arbeitskreis Linden. Die Verlaufshistorie zur Aufstellung hatte Dietmar Reichel verfasst: Die kleine Lokomotive (Feldbahn) wurde von Herrn Dietmar Reichel auf dem Gelände der Fa. GAIL Architektur-Keramik GmbH in Gießen mit Brombeerhecken überwachsen entdeckt. Im Gespräch mit dem Direktor der Firma GAIL, Herr lordanis Papassimeon, stellte sich heraus, dass die ehemals stolze Weltfirma mit ca. 3000 Beschäftigten immer noch produziert, was Wenigen bekannt sein dürfte.

Nach langem Gedankenaustausch war er von meinem Ansinnen begeistert, die im wahrsten Sinne des Wortes im Dornröschenschlaf liegende Lokomotive zur Verschönerung des großen Verkehrskreisel an der BAB 485 Marburg-Langgöns, Anschlussstelle Linden, zur Verfügung zu stellen und schenkte sie mir. Da ich als Privatperson dies nicht umsetzen konnte, setzte ich mich mit dem Bürgermeister der Stadt Linden, Herrn Jörg König in Verbindung und unterbreitete ihm meinen Vorschlag. In Absprache stellte ich am 03.01.2013 eine formlose Anfrage bei der zuständigen Genehmigungsbehörde Hessen Mobil" , die mir am 17.01.2013 schriftlich mitteilte, dass es keine Probleme mit der ortsbezogenen Aufstellung geben würde und nur noch ein Antrag auf Zustimmung und eine Verwaltungsvereinbarung zur weiteren Pflege des Verkehrskreisel bedarf. Eine Vorortbesichtigung durch den zuständigen Straßenmeister und dem Sachbearbeiter von Hessen Mobil" rundete die Maßnahme ab. Am 07.10.2013 übersandte Hessen-Mobil" die Verwaltungsvereinbarung. Zwei Monate später ließ Hessen-Mobil" mitteilen, dass aufgrund eines Gerichtsurteiles nicht zulässig wäre, die Feldbahn auf den Verkehrskreisel zu installieren. Dieses Urteil haben wir nie erhalten, wir haben auch nie einen schriftlichen Widerruf erhalten und mussten daraufhin unser Vorhaben abbrechen. Allerdings mussten wir erstaunt feststellen, dass wohl mit Genehmigung von dieser Behörde in unmittelbarer Nähe z.B. in der Gemarkung Pohlheim, Wetzlar, Butzbach und Laubach viele Verkehrskreisel in ähnlicher Art und Weise unserer Planung realisiert wurden. Alle erfreuen sich großer Beliebtheit und Anerkennung. Enttäuscht suchten wir nunmehr einen adäquaten Ersatzstellplatz für unser Vorhaben zu finden. Es gelang uns, Herrn Christoph Schwarzer, Eigentümer von Magic-Bowl Linden, für die Aufstellung der Lokomotive mit zwei Förderwagen zu gewinnen. Die Lage ist gerade ideal, liegt sie doch unmittelbar an der Kreuzung Gießener Pforte / Ferniestraße, die gleichzeitig auch Namensgeber und Hinweis auf die ehemalige Grube Fernie ist. Zwischenzeitlich war die Lok von der Fa. GAIL zum Bauhof der Stadt Linden gebracht worden. Dort wurde sie liebevoll von engagierten Mitgliedern der Seniorenwerkstatt Linden restauriert, die sich mit diesem Projekt identifizierten. Um dies durchzuführen, wurde Rat beim Förderverein Besucherbergwerk Grube Fortuna eingeholt. Hier konnte nicht nur die gesamte Historie der Lok offengelegt werden, sondern auch die Originalfarbgebung wurde übermittelt. Da die Lok allein aufgestellt, etwas verloren dagestanden hätte, wurde von der Stadt Linden aus der Grube Ehrenfriedersdorf einen Förderwagen erworben. Sie war jedoch so stark verrostet, dass? sich die Seniorenwerkstatt außerstande sah, sie zu restaurieren. D. Reichel konnte in Gesprächen erreichen, dass der Förderverein Grube Fortuna bereit war nicht nur diese zu restaurieren, sondern sie stellte auch einen zweiten Förderwagen als Dauerleihgabe und 2 mal 5m Schienen zur Verfügung. Zur Vorbereitung des Platzes glich der Bauhof der Stadt das Gelände des Aufstellortes an und betonierte das Fundament, auf dem die Lok später befestigt wurde. Zur Abdeckung der freiliegenden Erde wurde, kostenfrei ca. 300qm großem Tiefbauflies als Grundabdeckung für die Basaltschüttung von der Fa. Steinmüller aus Linden zur Verfügung gestellt. Die gesamte Basaltschüttung von 70 Tonnen Basaltchips wurde von der Fa. Herhof Basalt und Diabas-Werk GmbH aus Greifenstein ebenfalls kostenfrei zur Verfügung gestellt. Am 09. März 2015 konnte die kleine Lok mit den zwei Förderwagen auf den Schienen im Basaltschotter aufgestellt werden. Sie bilden einen schönen Blickfang und fügen sich sehr gut ein das Gesamtbild ein. Um künftige Betrachter nicht nur auf die Historie der Grube Fernie aufmerksam zu machen, sondern auch den Verlauf, der zur Aufstellung dieser Kleinbahn geführt hatte, näher zu bringen, wurde zur Fertigung einer Info Tafel von Dr. Philipp Bockenheimer in Zusammenarbeit mit Thomas Berner und Dietmar Reichel Daten und Fotos zusammengestellt und von ihm in einem ansprechendem Layout umgesetzt. Der Standort ist für die nächsten 20 Jahren ebenso gesichert, wie die kleine Lokomotive und der zweite Förderwagen der Grube Fortuna. Unser Dank gilt all den engagierten Helfern, die zum Teil kostenlos mitgeholfen haben, mit Ihrem Beitrag unsere Stadt zu verschönern. Dietmar Reichel