Machern

Die Gemeinde Machern liegt eingebetet zwischen dem Tresenwald und der romantischen Muldenaue vor den Toren der Messestadt Leipzig. Sie wurde im Jahre 1994 aus den Ortsteilen Machern, Gerichshain, Posthausen, Püchau, Plagwitz, Lübschütz und Dögnitz neu gebildet und hat ca. 6 800 Einwohner.
Verkehrsmäßig ist sie über die A 14 / A 38 (Anschlussstelle Leipzig Ost) und B 6 erreichbar. S-Bahn Haltepunkte mit Stundentakt nach Leipzig und Wurzen befinden sich in Machern und Gerichshain. Der Flughafen Leipzig Halle ist in ca. 30 Minuten erreichbar.

Die erste Erwähnung des heutigen Ortsteiles Machern ist aus der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg ersichtlich, in der 1121 die Macherner Kirche zum Bistum Merseburg gehörig aufgeführt wurde.
Bereits 1015 wurde ein „Mucherin" als Verhandlungsort erwähnt, in dem der Erzbischof Gero von Magdeburg und der Bischof Thietmar von Merseburg einen Vergleich aushandelten. Diese ursprünglich slawische Siedlung (in der nähe des heutigen Wenigmachern) wurde 1429 durch die Hussiten zerstört.

Zu Jubilate 1430 belehnte die Herzogin Katharina von Sachsen Herrn Albrecht von Lindenau mit Hof und Dorf Machern. Das Geschlecht derer von Lindenau hatte bis 1802 seinen Sitz in Machern. Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts wurde aus einer Vorgängeranlage das wunderschöne Barockschloss Machern geschaffen, welches heute durch den Zuspruch heiratswilliger Paare auch als „Hochzeitsschloss" bekannt ist.

Parallel zum Bau des Schlosses wurde der kulturhistorisch sehr wertvolle und über die Landesgrenzen bekannte Landschaftsgarten zu Machern im englischen Stil angelegt. Park und Schloß wurden seit 1891 rekonstruiert. Der Gemeinde obliegt es nunmehr, trotz aller finanziellen Nöte, das kulturhistorische Ensemble der Nachwelt zu erhalten.

Schloß und Landschaftsgarten ziehen jährlich Tausende von Besuchern aus allen Regionen an. Die Einmaligkeit dieser Anlage wird in interessant gestalteten Parkführungen dargestellt und durch die Besichtigung von historischen Sehenswürdigkeiten, wie z. B. der Ritterburg und der Pyramide, veranschaulicht.
Einzelheiten zu Parkführungen können Sie beim Förderverein Schloß und Landschaftsgarten Machern erfahren.

Alljährlicher Höhepunkt sind die vom Kulturverein Schloss Machern e.V. veranstalteten Internationalen Highlandgames. An diesem Septemberwochenende finden ca. 18.000 Zuschauer den Weg nach Machern um sich an den typisch schottischen Wettkämpfen und der dazu passenden Musik zu erfreuen.

Noch älter als Machern ist der Ortsteil Püchau. Püchau ist der zuerst genannte und somit älteste Ort Sachsens. Anno 924 flüchtete König Heinrich I. vor den Ungarn in die dortige Burg (Heinrichsburg), so steht es ebenfalls in der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg. Erwähnenswert ist der bedeutende historische Schlossbau, der seine heutige Gestalt durch zahlreiche Um- und Anbauten im Renaissance- Barock- und neugotischen Stiel erhielt, sowie der idyllisch gelegene englische Park zu Füßen des Schlossberges. Diese Anlagen und die schöne Muldenaue ließen Püchau zu einem Ausflugsziel nicht nur für die Leipziger Bevölkerung werden.
Zur Gründung der Püchauer Peterskirche kam es wahrscheinlich bereits im 10.Jh. Das heutige Kirchengebäude ist ein Neubau von 1868/69, während der Turm noch aus der Zeit um 1570 bzw. 1732 (oberer Teil) stammt.

Ein paar Jahre jünger als Püchau ist der ebenfalls auf der Muldenhochterrasseliegende Ortsteil Lübschütz. Aber auch er konnte im Jahr 2004 auf sein 1000-jähriges Bestehen zurückblicken. Viele werden sich an die von der Bevölkerung gestalteten Feierlichkeiten zurückerinnern. Das Gassendorf mit Platzdorfteil entstand durch die frühe Verschmelzung der Orte Lübschütz und Poppitz
Die Lübschützer Teiche sind seit den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein beliebter Anziehungspunkt für Naherholungsuchende, Camper und Wochenendsiedler. Höhepunkt der Saison ist dabei das Anfang Oktober stattfindende Fischerfest.
Besondere touristische Sehenswürdigkeit und Zeitzeuge der jüngeren Geschichte ist das Museum im Stasi-Bunker, welches vom Bürgerkomitee Leipzig betreut wird. Bis zum Jahr 1989 befand sich dort die Ausweichführungsstelle des Bezirkskommandos Leipzig des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

Dögnitz erfuhr seine erste Nennung als „Thechenitz" in einer Urkunde aus dem Jahr 1313. Der kleine Rundweiler liegt inmitten der wiesen- und wasserreichen Muldenaue.

Plagesitz wurde erstmals 1449 in einem Schriftstück als „Plachticz" erwähnt. Sein Name deutet auf die Abseitige Lage des Reihendorfes zwischen Wurzener- und Tauchaer Land hin. Bemerkenswert ist der nahe Tresenwald, der überwiegend zur Flur des Dorfes gehört.

Der Ortsteil Posthausen, 1378 „Basthus" genannt, war bis 1945 ein Vorwerk des Rittergute Brandfis und wurde nach dem ersten Weltkrieg nach Gerichshain eingemeindet.

Der Ortsteil Gerichshain hat sich seit der politischen Wende durch sein Gewerbegebiet zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort für die Gemeinde Machern entwickelt. Seit 1992 haben sich dort 43 Firmen angesiedelt.
Bis 1990 war Gerichshain wesentlich von der Landwirtschaft geprägt. Die neu entstandenen Wohngebiete und Gewerbeansiedlungen prägen das Dorf nunmehr wesentlich und verändern seine räumliche Größe.
Zur Ausstattung der Kirche Gerichshain gehört die besonders wertvolle, bis auf den Spieltisch original erhaltene „Trampeli-Orgel“ aus dem Jahr 1804.

Insgesamt ist auch der Ortsteil Machern wesentlich von der Anlage neuer Wohnanlagen geprägt worden. Die Wohngebiete Schlossblick, Neumarkt oder die „Neue Gartenstadt" führten zu einem nicht unerheblichen Bevölkerungszuwachs, und es sind auch noch ausreichend erschlossene Baugrundstücke vorhanden.

Die Gemeinde Machern verfügt über 3 moderne Kindereinrichtungen in Machern, Püchau und Gerichshain, sowie zwei Horte in Machern und Püchau. Das Kinder- und Jugendhaus in der Brandiser Straße bietet umfangreiche Freizeitangebote für Kinder und Heranwachsende.
1998 wurde am Ortseingang der neue Sportkomplex Sportpark Tresenwald eingeweiht. Auf Ortseingang 3,5 ha findet man alles, was das Sportherz begehrt. Vom Fußballplatz über Tennis- und Squashhalle, 2 teilbare Sporthallen, Kegel- und Bowlingbahnen bis hin zum Fitness-Studio und Sauna. Fast 1 000 Mitglieder trainieren im Sportverein SV Tresenwald Machern, den somit größten Sportverein des Muldentalkreises. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.sportpark-tresenwald.de.

In der Ortsmitte lädt der mit Mitteln der Ortskernsanierung neu geschaffene Schloßplatz zum Flanieren ein.
Auf dem Brunnen vor dem Rathaus kann man noch einmal die wechselvolle Geschichte der Gemeinde Machern und ihrer Ortsteile nachvollziehen:

- den ersten Spatenstich für den Bau der Leipzig-Dresdener Eisenbahn Compagnie der ersten deutschen Ferneisenbahn am 01. März 1936
- das erste Damenradrennen 1890
- die Geschichte der Erdbeersorte „Ruhm von Machern"
und und und.

Die Ortsteile sind durch ein umfangreiches, leider noch nicht vollständig ausgeschildertes Netz von Wander-, Rad- und Reitwegen miteinander verbunden. So berühren die Leipzig-Elbe- Radroute, der Muldentalradwanderweg sowie der internationale Jacobspilgerweg das Territorium der Gemeinde Machern.

Empfehlenswert ist eine (Rad)Wanderung von Gerichshain über den Tresenwald und den Ortsteil Plagwitz - mit schönem Ausblick in das Muldenland- zu den Lübschützer Teichen und weiter über den Sorgenberg oder durch den Tiergarten zum Landschaftsgarten Machern. Diese Tour ist gut mit den Angeboten des ÖPNV über die S-Bahn Haltepunkte in Machern und Gerichshain kombinierbar.Ebenso empfehlenswert ist eine Wanderung von Machern über die Lübschützer Teiche und die Muldenaue nach Püchau mit Anschluss an den Muldentalradwanderweg nach Wurzen und Eilenburg.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.gemeindemachern.de