Warabi

LINDEN (TW). Nach einer fast 25-jährigen Verlobungszeit ist nun auch offizielle die am dichtest besiedelte Stadt Japans, Warabi die vierte Partnerstadt Lindens. Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz unterzeichnete gemeinsam mit lindens Erstem Stadtrat Dieter Lehr die Partnerschaftsurkunde mit Warabis Oberbürgermeister Keiichi Tanaka im Beisein von Stadtverordntenvorsteher Walter Böhm der Bürgermeister aus den Lindener Partnerstädte Bernhard Trinkwell (Macheren/Frankreich) und Joachim Skorupa (Sosnicowicze/Polen).

Damit wird die bisher von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) Linden-Warabi gemeinsam mit dem Partnerschaftsverein in Warabi getragene Partnerschaft auch offiziell durch beide Städte unterstützt. Wie in der Partnerschaftsurkunde erwähnt soll mit dieser Städteverbindung weiterhin "das Kennenlernen der unterschiedlichen Kultur der Gesellschaft und der Lebensgewohnheiten durch gegenseitige Besuche" im Mittelpunkt stehen. Die Erfüllung dieser Aufgabe obliegt nunmehr in beiden Kommunen den gegründeten Gesellschaften. Sowohl Tanaka als auch Dr. Lenz unterstrichen in ihren Ansprachen das ihre zu dieser Erfüllung beizutragen.

Musikalisch wurde der Festakt mit dem Abspielen beiden Nationalhymmnen abgeschlossen. Zu Beginn waren Klavierklänge und eine Tanzdarbietung der Gäste aus warabi zu hören, die zum Abschluß allesamt als Chor auftraten und das Lied "Senso o schiranai" (Die Kinder die den Krieg nicht kennen) anstimmten.

An alle Stadtfestbesucher wurde als Gastgeschenk der Japaner Sake ausgeschenkt, während die Dr. Lenz aus den Händen von OB Tanaka als offizielles Gastgeschenk eine Nationalfahne Japans und eine Fahne mit dem Stadtwappen Warabis entgegennehmen konnte. Warabis Oberbürgermeister Keiichi Tanaka wurde im Anschluß an die offizielle Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden mit dem Ehrenteller der Stadt Linden ausgezeichnet. Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz überreichte diese hohe Auszeichnung mit dem Hinweis, dass Tanaka mit seinem außergewöhnlichen Engagement erreicht habe, dass sich die Bürger der am dichtesten besiedelten Stadt Japans und Linden näher gekommen sind und zu Freunden wurden. "Er hat damit einen bedeutenden Beitrag zur Verständigung der Völker geleistet.

Die Stadt Linden möchte mit der Überreichung des Ehrentellers Keiichi Tanaka ehren und seine Verdienste und sein außergewöhnliches Engagement würdigen", so der Ehrenvorsitzend der DJG Linden-Warabi, Ludwig Hedrich bei der Verlesung der Laudatio. Wie stark sich Tanaka für das Vertiefen der Partnerstadt engagierte zeigt die Tatsache, dass er bereits zum achten Mal in Linden weilt und sechs Mal in Warabi Gastgeber war und dort Gäste aus Linden in seinem Hause aufnahm. Bereits frühzeitig habe er eine Städtepartnerschaft angeregt, die jedoch zunächst auf Vereinsebene fortgeführt und nunmehr nach einer langen Verlobungszeit vollzogen wurde. In der fast 25jährigen Geschichte der Partnerschaft hat Bürgermeister Tanaka auch mit offiziellen Geschenken an die Stadt Linden sich immer bemüht, den Lindenern Besonderheiten seines Landes näher zu bringen, darunter auch die wertvollen Kimonos im Lindener Rathaus; sowie 50 original japanische Kirschbäume, die 1984 per Luftfracht geschenkt, sollen den Lindenern ein wenig von dem Flair des Japanischen Frühlings vermitteln.

Als Frühblüher sind sie jedes Jahr in der Grube Fernie zu bewundern. Als gelungen erwies sich auch diesmal wieder die gemeinsame Organisation beim Stadtfest, das die Stadt in Zusammenarbeit mit drei örtlichen Gastronomiebetrieben durchführte. Vorbildlich dabei die gegenüber dem Vorjahr trotz "Teuro" gesenkten Preise und auch das Musikprogramm konnte sich wieder sehen lassen.

Am Freitag zu Eröffnung heizte die neue Gruppe Popsucht den Besuchern ein, während am Samstag "Man on the line & The Simpson Horns" bei ihrem "Heimspiel" sich von ihrer besten Seite zeigten und die Besucher zum mitsingen und -klatschen animierten. Am Sonntag spielte dann zum Frühschoppen die "Grävenwiesbacher Musikanten" auf. Neben der "musikalischen" stimmte aber auch die "leibliche" Versorgung. Und auch die Kinder waren vollauf zufrieden, denn der Vergnügungspark mit Kindereisenbahn, Kinderschminken, Karussell und Pferdereiten am Sonntag erfreute nicht nur den Nachwuchs.